Jahrhunderthalle

Die Jahrhunderthalle Bochum

Symbol des Strukturwandels und Anziehungspunkt hochkarätiger Veranstaltungen

Die Jahrhunderthalle Bochum war einst die Gaskraftzentrale des Bochumer Vereins, einem der ehemals größten Stahlwerke. Neben Produkten aus dem Bereich der Verkehrstechnik genoss insbesondere die Glockenproduktion Weltruf. Glocken aus dem Bochumer Verein sind heute in der ganzen Welt zu finden, beispielsweise wurde die Glocke der Frankfurter Paulskirche oder die berühmte Glocke der Weltfriedenskirche in Hiroshima in Bochum produziert.

Nach der Stilllegung des Bochumer Vereins wurde die Jahrhunderthalle Bochum 2003, mit dem Umbau zu einem erstklassigen Festspielhaus und zur „Montagehalle für Kunst“ der Ruhrtriennale, Symbol für die Transformation industriell genutzter Räume in Kulturstätten. Um den Erwartungen an ein herausragendes Festival gerecht zu werden, wurde die Jahrhunderthalle Bochum mit modernster Veranstaltungstechnik ausgestattet.

Eine besondere Funktion wird der Jahrhunderthalle Bochum anlässlich der Kulturhauptstadt Ruhr2010 zukommen: Bochum wird im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 (KHS) mit der zentralen Aussage „Festspielplatz.RUHR“ versehen. Eine Begründung für diese Aussage resultiert aus der besonderen Position der Jahrhunderthalle Bochum als eines der renommierten und international bekannten Festspielhäuser in Deutschland.

Den herausragenden Ruf verdiente sich die Jahrhunderthalle Bochum unter anderem durch ihre Funktion als Hauptspielort der Ruhrtriennale. Dieser herausragende Ruf wurde und wird durch weitere renommierte Festspiele wie das Klavierfestival Ruhr und das Melezfest stetig verfestigt. Bereits mit diesen Festspielen wird eine breite Besuchergruppe angesprochen, die nicht nur aus der Region anreist, sondern internationalen Charakter hat. Sowohl die Ruhrtriennale, als auch das Klavierfestival und das Melezfest werden Hauptprogrammpunkte des Kulturhauptstadtprogramms sein. Ergänzt wird das Programm um weitere Veranstaltungen wie beispielsweise das Living Games Festival. Besonders kommunikationsstarke Veranstaltungen, die einen ganz besonderen Charakter aufweisen wie die Reihe „Herausforderung Zukunft“, der „Steiger Award“, die „1Live Krone“, der „Echo Jazz“ oder der „Adam & Eva-Award“ prägen das positive Image der Region und stärken es nachhaltig.

Historie
Als ehemalige Gaskraftzentrale war die Jahrhunderthalle Bochum die Hauptenergieversorgung des Bochumer Vereins und somit das energetische Herz Bochums. Der Bochumer Verein selbst wurde 1842 von Jacob Mayer gegründet. Er wählte Bochum als Standort für die Gründung der „Gussstahlfabrik Mayer und Kühne“ aus und etablierte so das erste Stahlgussverfahren in Bochum. Es folgte eine explosionsartige Industrialisierung des Gebietes, in deren Verlauf das gesamte Areal fast vollständig mit Produktionsanlagen bebaut wurde.
Die Historie der heutigen Jahrhunderthalle Bochum begann 1902 mit der Industrie- und Gewerbeausstellung in Düsseldorf. Um auf der Ausstellung repräsentativ vertreten zu sein, wurde die Jahrhunderthalle Bochum von dem Architekten H. Schumacher, einem Angestellten des Bochumer Vereins, entworfen – mit der festen Option der späteren Verwendbarkeit auf dem Bochumer Werksgelände.
Ein imposanter Bau, der nach der Ausstellung 1903 nach Bochum umgesetzt wurde, entstand. Mit der Betriebsaufnahme als Gaskraftzentrale waren auch die Voraussetzungen für die weitere Expansion des Bochumer Vereins in energetischer Hinsicht gegeben.
Glocken, wie die Olympiaglocke für Berlin (1933), die Jahrhundertglocke für die Frankfurter Paulskirche (1948) und die Gussstahlglocke für die Weltfriedenskirche in Hiroshima (1952), waren die berühmtesten Produkte, die das Gelände der Jahrhunderthalle Bochum je verlassen haben. In den folgenden Jahren entstand eine breite Vielfalt von Stahlerzeugnissen. 1965 erfolgte die Fusion zur „Friedrich Krupp Hüttenwerke AG“ – seit 1980 kurz „Krupp Stahl AG“. 1968 folgte die Stilllegung der letzten Hochöfen mit dem Abbruch der Maschinen in der Gaskraftzentrale – der heutigen Jahrhunderthalle.
Durch die Stilllegung der Jahrhunderthalle wurde die Stadt Bochum vor die Frage gestellt, wie ein so großes Industrieareal mit all seinen Herausforderungen der Nachnutzung zugeführt werden kann. Durch die Geländeübergabe an die LEG bot sich im Jahr 1987 die Möglichkeit einer Neuentwicklung des ca. 34,5 ha großen Areals.
Eine erste konzertante Nutzung der unrenovierten Jahrhunderthalle Bochum fand bereits im Jahr 1991 durch die Bochumer Symphoniker und die Radio-Philharmonie Leipzig statt. Zudem wurde die inzwischen unter Denkmalschutz gestellte Jahrhunderthalle Bochum fester Bestandteil und einer der Hauptankerpunkte der „Route Industriekultur“.

Nach der Eröffnung des Westparks im August 1999 folgte der Umbau der Jahrhunderthalle als zentrales Thema und so wurde ein weiterer Architektenwettbewerb unter dem Leitsatz „Zentrum für Musik im Industrieraum“ durchgeführt. Der Entwurf des Büros Petzinka Pink Architekten (Düsseldorf) wurde zur Ausführung gewählt.
Förderanträge zum Umbau der Jahrhunderthalle wurden gestellt. Grundlage dazu war die Idee, die Jahrhunderthalle als Festspielhaus des Landes NRW für die im Jahr 2002 neu geschaffene RuhrTriennale zu nutzen. Direkt im Anschluss an die Bewilligungsbescheide des Landes begannen im März 2002 die Umbaumaßnahmen.
Seit 2003 ist die Jahrhunderthalle Bochum die Hauptspielstätte der RuhrTriennale, was dem Haus u.a. dazu verhalf, sich als Spielstätte von bundesweiter Bedeutung im Veranstaltungssektor zu etablieren.

Kaum eine andere Destination neben der Jahrhunderthalle Bochum verkörpert in einer derartigen Klarheit den Wandel des Ruhrgebiets von der einstig stärksten Montanregion hin zu einer Tourismusregion – von der Kraft der Hochöfen hin zu einem kraftvollen touristischen Leuchtturm.

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